Einstieg nach Maß!

Hier könnt ihr Diskussionen über die Hardware und Abgleich des Labornetzteiles des c't-Lab führen.
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DermitdemTiger
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Einstieg nach Maß!

Beitrag von DermitdemTiger » 30.08.2011, 20:28

Hallo liebe Foristi,

hier kommt mein Einstieg.
Nachdem alles recht gut lief und der Hardware-Abgleich hinhaute (musste bislang nur ein Mal auf Fehlersuche), hab ich mir nun ordentlich was zerschossen. Und zwar hab ich beim Anloeten des 1.1A-Netzteiles an PL6 unten geloetet wie oben geguckt. Sprich statt an Pin 1 und 4 hab ich die 24V an Pin 5 und 8 gepackt. Beim Zuschalten des Netzteiles gingen auf dem DCG und dem Bedienteil sofort alle Lichter aus. Verschmort ist nix, aber das erschwert im Zweifelsfalle ja nur die Defektsuche. Warum liegt dieser PL6-Stecker dem Bausatz eigentlich nicht bei? Oder hab ich ihn verschlampt? :evil:
Aber das ist ja nun nicht mehr das Problem. Pin 5 und 8 gehen beide zum ATMEGA. Man braucht sie wohl fuer das optionale DCP. Hab ich mir nun mehr zerschossen als den ATMEGA? Wagt jemand eine Vorhersage?

Viele Gruesse,
Jochen

psclab38
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Re: Einstieg nach Maß!

Beitrag von psclab38 » 30.08.2011, 21:27

Hi Jochen,
na, so ein ... Pech ist hier im Forum bisher noch nicht dokumentiert worden. :oops:
DermitdemTiger hat geschrieben: Hab ich mir nun mehr zerschossen als den ATMEGA? Wagt jemand eine Vorhersage?
Wenn das 24V-Netzteil seine Energie wirklich nur über die Anschlüsse PC0 und PB3 des Controllers gejagt hat, dann könntest Du Glück gehabt haben. Dann wäre nur der Controller hin. Aber so ein Havariefall geht selten geordnet vor, es könnte noch mehr gelitten haben. Wenn sich die 24V auf der VCC-Leitung ausgebreitet haben, dann dürften fast alle Halbleiter hin sein. Gut, daß das Meanwell eine Strombegrenzung hat.

Zwick' mal den Controller raus (der ist sicher kaputt) und messe mal die Stromaufnahmen auf den +5V bzw. +/-15V-Leitungen (eventuell auch mit allen Halbleitern gezogen). Wenn die in einem vernünftigen Rahmen sind, dann lohnt es sich einen neuen Controller einzubauen.
Da es keine Rauchzeichen gab, hat die Platine immerhin nicht gelitten. Das verbessert die Chancen auf eine erfolgreiche Reparatur.

Grüße
Paul

DermitdemTiger
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Re: Einstieg nach Maß!

Beitrag von DermitdemTiger » 01.09.2011, 20:42

psclab38 hat geschrieben:Pech ist hier im Forum bisher noch nicht dokumentiert worden. :oops:
Ja, warum denn nicht? Andere koennen doch was draus lernen und ihr wollt ja auch was zu lachen haben. ;-)

Vielleicht haette ich mit dem Rauszwicken auch noch ein, zwei Tage warten sollen. So war die Wut wohl immernoch groesser als die Knips-Zange. Letztere war jedenfalls zu grob. (Gibt es ueberhaupt Knips-Zangen, die noch zwischen die kleenen Beinchen kommen?) So habe ich eine Hand voll Leiterbahnen in Mitleidenschaft gezogen. Unten ein Foto von der Ruine. Naja, man waechst mit seinen Aufgaben...

Die Messung der Stromaufnahme folgt in ein paar Tagen.

Viele Gruesse,
Jochen
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IMGP3449.JPG
ATMEGA-Ruine

psclab38
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Re: Einstieg nach Maß!

Beitrag von psclab38 » 01.09.2011, 21:04

DermitdemTiger hat geschrieben:Ja, warum denn nicht? Andere koennen doch was draus lernen und ihr wollt ja auch was zu lachen haben. ;-)
Nö, Schadenfreude ist da nicht angebracht.
DermitdemTiger hat geschrieben:Vielleicht haette ich mit dem Rauszwicken auch noch ein, zwei Tage warten sollen. So war die Wut wohl immernoch groesser als die Knips-Zange. Letztere war jedenfalls zu grob. (Gibt es ueberhaupt Knips-Zangen, die noch zwischen die kleenen Beinchen kommen?) So habe ich eine Hand voll Leiterbahnen in Mitleidenschaft gezogen. Unten ein Foto von der Ruine. Naja, man waechst mit seinen Aufgaben...
So was ... noch mehr Pech! Mit Wut funktioniert das nicht, da macht man nur noch mehr kaputt. Ruhe und das richtige Werkzeug sind wichtig.

Gruß,
Paul

Viviatis
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Re: Einstieg nach Maß!

Beitrag von Viviatis » 01.09.2011, 22:03

Hallo Jochen,

mein Beileid - ehrlich!
Die beiden PL6-Stecker liegen zwar beim Erwerb des DCG mit DCP bei, aber auch nur als Bausatz.
Das heißt, man muss sich Kabel besorgen und den Stecker selbst zusammenbauen - fand ich auch ein wenig nervig und eine gefährliche Fehlerquelle obendrein.
Ich glaube, da habe ich mindestens 5 mal geprüft, ob auch die Kabel richtig zugeordnet sind!

Wie das mit dem Schaltnetzteil ist, weiß ich leider nicht.

Allerdings sieht Deine Platine so aus, als ob Du von vorne anfangen müsstest - leider, leider.

Gruß

Frank

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moosmichel001
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Re: Einstieg nach Maß!

Beitrag von moosmichel001 » 02.09.2011, 11:02

Viviatis hat geschrieben: mein Beileid - ehrlich!
Oh ja, :(
Viviatis hat geschrieben: Allerdings sieht Deine Platine so aus, als ob Du von vorne anfangen müsstest - leider, leider.
Mit etwas Geschick kann man das Teil aber noch zum Laufen bringen. Einige defekte Bahnen abtrennen und die ein oder andere Drahtbrücke, eventuell etwas Leitsilber und es kann wieder funktionieren. Wird aber nicht schöner. Dem gegenüber stehen ja immerhin die Kosten für eine neue Platine und die Bauteile. Alles auslöten ist ja auch eine Strafe.

Eventuell wohnt ja einer der ct-Lab-Jünger in deiner Nähe, der helfen kann. Ich hause in Schwerin, löten geht aber grad nicht - Tatterich. Insgesamt fehlt mir seit fast einem Jahr die Zeit zum Basteln.
Na ja, wird schon wieder.

Gruß Moosi.
Eine genagelte Schraube hält besser als ein geschraubter Nagel.
FPGA v2.61 CORERAM/COREIO/(LCD)
ADAC v1.73 IO8-32/DA12-8(16bit)/AD16-8/CVC/REL8/OUT8
2 DCG(16bit) v2.91 DCP/BF + EDL 2A v1.78 + DIV v3.10 TRMSC
DDS v3.71 TRMSC + DIV v3.10 TRMSC + EDL 10A

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ompf
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Re: Einstieg nach Maß!

Beitrag von ompf » 02.09.2011, 11:58

DermitdemTiger hat geschrieben:Vielleicht haette ich mit dem Rauszwicken auch noch ein, zwei Tage warten sollen.
Ablöten statt rausreissen wäre vielleicht besser gewesen...

Du versiehst jede Seite des Controllers mit einer fetten Zinnwurst, so dass alle Pins verbunden sind. Vorher fädelst Du einen dünnen Draht zwischen Pins und Gehäuse durch. Jetzt eine Reihe komplett erhitzen, und dabei den Draht in Richtung der Pins rausziehen. So werden die Pins alle um eine Drahtdicke nach oben gebogen und haben nach Absaugen der Zinnwurst keinen Kontakt mehr. Das machst Du dreimal, bei der vierten Reihe kannst Du den Chip dann einfach abnehmen.

Alternativ besorgst Du Dir so einen Zahnarzthaken und biegst damit die Pinreihe nach oben. Wichtig ist nur, dass alle Pins gemeinsam ordentlich verzinnt werden, sonst hängen einzelne fest und die Leiterbahnen reissen ab.

Deine abgerissenen Pads klebst Du nach Reinigung der Platine mit Sekundenkleber an, das hält bis zum Löten. Lass Dir nix von Heissluft o.ä. erzählen, an dem Einbauort geht nur Pin für Pin einzeln festlöten.


Patrick

Roddot
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Re: Einstieg nach Maß!

Beitrag von Roddot » 02.09.2011, 17:16

Dumm gelaufen...
Mal eine andere Frage kennt jemand einen passenden Sockel der sich zB per Hand von der Seite löten lässt und zB bei ex Angelika zu beziehen ist?
Die Durchkontaktierung scheint i.O. die Leiterbahn lässt sich flicken da könnte ein Sockel den man aufklebt die Sache so bereinigen das es wider spielt und der µP lässt sich auch noch tauschen wen es mal sein soll oder wider nötig wird.

Da es mir zu teuer war für vielleicht nur 0.5x im Jahr um einen Quad auszulöten zu können gleich eine Heißluftlöt- oder IR- Station zu kaufen geschweige denn passende Lötkolbenaufsätze, wie im Pro-Umfeld habe ich mich mit einer Heißluftpistole mit "Bleistiftdüse" "bewaffnet".
Die µP Kontakte werden mit Flußmittel bestrichen, dann eine Alufolie zuschneiden um die nicht zu lötenden Teile abzudecken und der Rest ist Geschicklichkeit oder Geschichte. ;)
Der Drahttrick ist auch dabei hilfreich wenn auch etwas anders eben nur um den µP von der Platine ziehen zu können.

An einem alten Mainboard zu üben macht Sinn.
Let's fets with Static-DC. :-)

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Re: Einstieg nach Maß!

Beitrag von ompf » 05.09.2011, 10:50

Roddot hat geschrieben:Mal eine andere Frage kennt jemand einen passenden Sockel der sich zB per Hand von der Seite löten lässt und zB bei ex Angelika zu beziehen ist?
https://www.distrelec.de/ic-produktions ... -b5/650243


Gruß
Patrick

Roddot
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Re: Einstieg nach Maß!

Beitrag von Roddot » 05.09.2011, 18:17

ompf hat geschrieben:
Roddot hat geschrieben:Mal eine andere Frage kennt jemand einen passenden Sockel der sich zB per Hand von der Seite löten lässt und zB bei ex Angelika zu beziehen ist?
https://www.distrelec.de/ic-produktions ... -b5/650243


Gruß
Patrick
Danke!
Schade das er so teuer ist wie Nullkraftsockel nun mal sind.

Bei den Normalen Adapterplatinen habe ich auch nichts gefunden wird also schwierig.

ATMEGA 644V-10MU hatte ich bei R mal mitbestellt da im Sonderangebot.
Achtung; Die sind aber wirklich klein!!!
Möglicherweise gibt es da ja eine Adapterplatine die er auf das DCG bekommt und jemand hilft beim proggen.

Grüße
Let's fets with Static-DC. :-)

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Re: Einstieg nach Maß!

Beitrag von DermitdemTiger » 07.09.2011, 21:27

Danke liebe Mitstreiter, fuer alle Ausloettipps. Da waren interessante Sachen dabei. Fuer's naechste Mal.

Jetzt wollte ich erst mal dem Strommessen nachgehen. Hab mir dafuer was zusammengekloeppelt, was in das Stromversorgungskabel eingeschleift wird und man temporaer einzelne Adern aufmachen kann. Siehe Bild. Das Resultat ohne Bedienpanel und ohne Optobus:
Plus analog: 21.4mA
Minus analog: 19.9mA
Digital: 1.7...2.3mA, ansteigend; und recht stabil bei 1.7mA mit Optobus. Lustig.

Sieht doch nicht schlecht aus oder? Werd ich als naechstes mal versuchen ein Fundament fuer den neuen Atmega zu legen.

Viele Gruesse,
Jochen
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Re: Einstieg nach Maß!

Beitrag von DermitdemTiger » 02.10.2011, 19:12

So, es ist vollbracht. Hab einen neuen ATMega eingebaut. Zwei Leiterbahnen hab ich per Lackdraht von der Unterseite herangezogen. Die Programmierung lief fehlerfrei. Die LEDs blinken und leuchten nun. Wenn ich mich recht erinnere, so wie es sein soll. So weit so gut.
Auf dem Display sehe ich jedoch nur Bloecke in der oberen Zeile und am Ausgang liegen nicht die 5V, die da beim Erststart liegen sollten, sondern 7,...V.
Ob ich nun noch mal mit dem Durchgangspruefer alle 44 Pins nach richtigem Anschluss und eventuellen Kurzschlüssen prüfe oder doch mit einer Neubestueckung anfange, muss ich mal drueber schlafen.

Gruesse,
Jochen
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Re: Einstieg nach Maß!

Beitrag von moosmichel001 » 04.10.2011, 15:41

Gratuliere, sieht doch fast so aus, als wenn das so muß.

Von dem reichlichen Zinn könntest du noch etwas beseitigen, sieht nicht nur unschön aus, sondern könnte auch eine Fehlerquelle sein (Kurzschlüsse z.B.). Vielleicht nochmal mit Entlötlitze und reichlich Flussmittel beigehen. Für gewöhlich reichen geringe Mengen an Zinn, teilweise sogar die Menge, die durch das verzinnen der Pads sowieso schon da ist.

Dann klingelst du mal nach Kurzschlüssen durch.

Sehr warscheinlich liegt es an der I2C-Kommunikation, das Display wird nicht initialisiert.
Wie ich das gesehen habe war PC0_SCL auch in Mitleidenschaft gezogen. Das wäre mal ein Ausgangspunkt.

Dein PM8 hat schon funktioniert? Kontrasreinstellung ist i.O.?

Gruß Moosi...
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