TRMSC Abgleich mit LT1968

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TRMSC Abgleich mit LT1968

Beitrag von Johk » 30.04.2010, 22:02

Hallo,

ich habe Probleme mit dem Abgleich meiner TRMSC auf der DDS.
Ich habe versucht mich an die Anweisungen aus den Ergänzungen zu halten, bin mir aber nicht ganz sicher ob das so alles stimmt.

Schritt 1:
Zunächst habe ich JP2 gesteckt und PL2 ebenfalls mit einem Jumper kurzgeschlossen und verbinde ich den Knoten R15/R17 mit AGND an R2. Dann gleiche ich ich mit R5 die Spannung zwischen R2 (AGND) und Pin6 von U3 auf 0 ab.
Stimmt das soweit?

Schritt 2&3:
Dann entferne ich den Jumper von PL2, verbinde die Eingangsbuchse und gebe von der DDS ein Signal mit 0.775V/1kHz drauf (das liegt wirklich an laut Multimeter).
Der RMS Wert im 1V Bereich kann jetzt nicht abgelesen werden, ebensowenig im 10V Bereich weil OVERLOAD angezeigt wird (allerdings ist die Rote LED nicht an, sondern die Grüne - sie sind jedoch beide richtig angeschlossen: rot led2, gruen led1). Schalte ich in den 100V Bereich werden 16,6V als RMS Wert angezeigt und LED1 verlischt.
Reduziere ich die Eingangsspannung auf 50mV wird mir auch in den niedereren SPannungsbereichen eine deutlich zu hoehe Spannung angezeigt. Drehen an R4 und R6 hat jedoch keinerlei Einfluss, die Werte ändern sich nicht, ich kann dabei von Anschlag zu Anschlag drehen.

Ich bin mir nun nicht sicher wo ich nach dem Fehler suchen soll, habe ich die Abgleichprozedur falsch verstanden? Könnte es an der Bestückung liegen oder an einem defekten IC?

Danke im Voraus für eure Hilfe.

Gruss,
Johannes

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Re: TRMSC Abgleich mit LT1968

Beitrag von ylf » 30.04.2010, 22:55

Moment, ich hol mal den Plan ...

Die Abgleichprozedur scheint auf den ersten Blick so in Ordnung und bei einem so gravierenden Fehler muß wohl eine fehlerhafte Bestückung vorliegen. Da die Overload-LED nicht anspricht, könnte im Bereich von U3 ein Bestückfehler vorliegen.

Meßtechnisch läßt sich das aber sehr leicht einkreisen. Einfach das Signal vom Eingang her weiterverfolgen. 0,775V auf den Eingang geben und Meßbereich 1V einstellen. Dann muß an Pin6 von U9 0,3875V AC(!) anligen, Pin6 von U7 ebenso. Am Knotenpunkt R15/R17 sollten dann 0,3875V DC(!) anliegen. An TP4 1,55V DC.

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Re: TRMSC Abgleich mit LT1968

Beitrag von Johk » 01.05.2010, 12:59

Hi

So ich habe mal ein wenig gemessen...

Einen blöden Fehler habe ich schnell festgestellt, der Verbindungsstecker zur DDS Platine saß schräg drauf, einige der höherwertigen Pins hatten wohl keinen Kontakt. Jetzt verhält sich die rote LED auch sinnvoller. Könnte da was kaputgegangen sein?

Messwerte nehmen und Einstellen tut immer noch nicht.
ylf hat geschrieben:Dann muß an Pin6 von U9 0,3875V AC(!) anligen
Ist nicht der Fall, ich messe am Pin6 gegen AGnd (Schirmungsgehäuse) nur sehr geringe Spannungen (AC). Die anderen Spannungen stimmen auch nicht, Pin6 von U7 war um Faktor 10 darüber.

Habe daraufhin mal Pin6 von U10 und U5 gegen DGnd (Pin 1 an PL5) gemessen. Egal was ich an Messbereich einstelle, an U10 habe ich keinen sinnvollen Wert (um die 50mV) und an U5 habe ich 5V, nach der Logiktabelle im Schaltplan befindet sich die Schaltung also unabhängig vom Eingabewert im 100mV Bereich.

U10 wird von PC3 des Atmegas aus angesteuert - PC3 wird laut Datenblatt auch für JTAG verwendet, habe also nochmal die Fuses überprüft. JTAG war jedoch abgeschaltet (siehe Anhang). Ich benutze die C Software, habe zwischendrin probeweise mal die original Software (hex + eep) geflasht, macht aber keinen Unterschied.

Hat jemand einen weiteren Tipp für mich?

Gruss,
Johannes

PS: sorry für den Telegrammschreibstil :)
Dateianhänge
fuses.png
FUSES Einstellungen des Atmegas32 auf der DDS Platine

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Re: TRMSC Abgleich mit LT1968

Beitrag von ylf » 01.05.2010, 18:59

Einfach nochmal flashen, manchmal klappt es nicht beim ersten mal.

Den Abgleich kannst du auch im 100mV Bereich vornehmen, dazu muß eine um Faktor zehn kleinere Spannung anliegen, also 0,0775V.

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Re: TRMSC Abgleich mit LT1968

Beitrag von Johk » 02.05.2010, 12:31

Hallo,

sooo nach stundenlanger Fehlersuche habe ich festgestellt, dass mein U3 an den Anschlag geht (Pin2 auf 14V) weil ich statt R10=27k 470k drin habe!
Der liebe ElektronikversendeR hat mich mit einem Tütchen 470k Widerstände mit 27k Beschriftung bedacht... ich werde das nächste mal wohl wieder alle Widerstände beim Einbauen durchmessen :) Jetzt ist also erstmal Warten angesagt bis ich die richtigen Widerstände habe.

Totzdem noch kurz was ich beim Debuggen alles gemacht habe:
Signalpfad iterativ durchgemessen:
- komisches Verhalten des Eingangs U9 liefert bei eingebautem U10 kein Signal am Ausgang. U10 habe ich ausgebaut und Pin1 auf Pin2 überbrückt, danach ist das Signal am Ausgang von U9 da.
- U5 habe ich daraufhin ebenfalls rausgenommen und durch eine Drahtbrücke ersetzt, erst dann konnte ich weiter hinten im Signalpfad überhaupt etwas messen.
- Ausgänge der nachfolgenden ICs hatten alle korrekte Werte bis auf den von U3. Dessen Eingangswert an Pin3 war jedoch noch korrekt. Also stimmt etwas mit der Verstärkung nicht. Bei der weiteren Überprüfung habe ich dann festgestellt, dass statt der 27k ganze 470k für R11 drin waren.

Bleibt zu hoffen dass der uC die 14V unbeschadet überlebt hat, ich berichte dann nochmal wenn ich die Widerstände habe.

Gruss,
Johannes

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Re: TRMSC Abgleich mit LT1968

Beitrag von Johk » 05.05.2010, 19:40

So nun scheint auch die Bereichsumschaltung zu funktionieren.

PC2 und PC3 des Atmegas waren ebenfalls defekt. Ich kann mir das nicht richtig erklären, meine Vermutung ist, dass ich wohl beim Messen von U5 und U10 jeweils mal Pin6 mit Pin7 (15V) kurzgeschlossen habe.

Zum Glück sind jedoch PC6 und PC7 unbelegt...
Ich habe also die Beinchen PC2 und PC3 entlötet und hochgeklappt und dann von den Pads aus jeweils einen Draht zu PC6 und PC7 gezogen. Nach zwei kleinen Anpassungen in der C Firmware scheint nun alles zu funktionieren.. Auf lange Sicht werde ich wohl einen neuen Atmega einlöten.

Vielen Dank für eure Hilfe!

Gruss,
Johannes

PS: Jetzt habe ich wenigstens die Schaltung der TRMSC Platine verstanden und einiges gelernt.

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